Die Story der Happyfields

– Achtung! Viel zu lesen! –


Viel Spaß dabei….

Die Happyfields-Geschichte beginnt mit dem Kauf eines Ackers. Ich, also Katrin Zwickl, die Happyfields-Bloggerin und Initiatorin des Projekts, habe mir einen landwirtschaftlichen Acker gekauft. Einen sehr kleinen. Von einem vorzeitigen Erbe. Meine Eltern leben glücklicherweise beide noch, und sind glücklicherweise meine Eltern (sie hätten ja auch die Eltern von wem anders werden können, schon allein da hatte ich ein Riesenglück in diesem Leben!). Beide waren ihr Leben lang ganz narrisch fleißig und haben sich ein kleines Vermögen angehäuft, das nun auf uns Geschwister aufgeteilt worden ist. Könnte ich es mir aussuchen, ich hätte mir für die beiden gewünscht, dass sie ein bisschen weniger gearbeitet, und ein bisschen mehr gechillt hätten. Nicht, dass ich an meinen Eltern zweifeln möchte, aber wofür arbeitet man so viel, wenn man dann am Ende nur schauen muss, dass alles gerecht aufgeteilt wird? Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun hatte ich also ein bisschen Geld. Nicht genug, um davon ein Haus zu bauen oder zu kaufen, aber grade so viel, dass wohl in absehbarer Zeit bei fast jeder Bank Negativzinsen anfallen würden. Das kam auf gar keinen Fall in Frage! Das, wofür meine Eltern ihr Leben lang geschuftet hatten, in ein marodes Finanzsystem einspeisen? Niemals!

In eine kleinere Immobilie zur  Geldanlage investieren? Dabei nimmt man dann als Investor, und sei man noch so ein kleines Licht auf dem Markt, billigend den Irrsinn dieser Brache in Kauf, mit fast schon ungebremst steigenden Mieten, Vereinsamung der Innenstädte, Verdrängung der kleinen Geschäfte, Menschen, die sich trotz Vollzeitjob ihre Mieten nicht mehr leisten können,… die Liste der Folgen der Privatisierung des Wohnungsmarktes ist lang. Und traurig. Und sehr frustrierend. Das war also auch keine Option für mich.

Dann stand ein landwirtschaftlicher Acker zum Verkauf. Auf Zufall war mein Liebster auf das Angebot gestoßen. Für mein ganzes Erbe bekam ich eine Briefmarke von Feld. Ich habe ja keine Ahnung von Landwirtschaft, und die meisten meiner Leserinnen wahrscheinlich auch nicht, deshalb erkläre ich es kurz so bildhaft, dass auch Laien wie ich es war, sich eine Vorstellung von der Größe und den Preisen von landwirtschaftlichen Flächen machen können. Das Happyfields-Feld hat eine Größe von 7000qm, das ist ein Drittel Hektar oder zwei Tagwerk. Von oben betrachtet sieht man auf dem Satellitenbild große schöne Felder, ein paar kleinere, und dann ein winziges. Das ist meins. Man kann sich vorstellen, wie viel Geld Grund und Boden wirklich wert sind. Aber die Rendite ist lausig. Für die Verpächter ist es schon ein Nullsummen-Geschäft. Allein die Grunderwerbssteuer frisst die Pacht der nächsten 10 JAHRE auf! Dazu kommen diverse Nebenkosten. Ich glaube, der Staat ist wohl der einzige, der wirklich Geld verdient mit dem Boden der Bürger.

Nun war ich stolze Besitzerin eines Feldes und hätte es einfach dabei belassen können. Es war das, was ich wollte: eine sichere Geldanlage, ohne Rendite, dafür auch ohne Risiko und Wertverfall. Doch mein Lebensmotto, und somit auch das des Happyfield-Projektes ist „Zum Besten aller Wesen“. Das habe ich mir sogar auf den Arm tätowieren lassen. So, wie es jetzt war, war der Acker nur zum Besten für mich. Und selbst das nicht so ganz. Der Pächter ist ein freundlicher und sympathischer junger Landwirt, der (natürlich unter anderem) mit dem Feld sein Geld verdient. Das ist ja schon mal gut. Allerdings ist er eben konventioneller – ganz sicher sehr umsichtiger, aber trotzdem – Landwirt. Das heißt, auf meinem Feld wird gedüngt und gespritzt. Bei der kleinen Fläche wäre das im Vergleich mit den großen Feldern ja immer noch keine große Umweltverschmutzung. Aber Umweltschutz fängt eben genau da an, wo jeder einzelne für sich einen Hebel hat. Der Verbraucher kann beim Einkaufen die Umweltschützen, der Frisör bei seinen Farben, Autofahrer, indem sie Fahrgemeinschaften bilden oder auf den Zug umsteigen, Manager indem sie weniger fliegen und öfter auf Telefonkonferenzen setzen. Und ich hatte da plötzlich dieses Feld, und damit Möglichkeiten.

Zuerst hatte ich die Idee von herkömmlichen Blühpatenschaften. Feld stilllegen, Blühmischung ansäen, aufteilen, Patenschaften vergeben, den Landwirt mit dem Geld für seinen Verdienstausfall entschädigen, und ich hätte die Welt schon ein Stückchen besser gemacht.

Natürlich hätte ich das Feld auch einfach so stilllegen können. Einfach auf die Pacht verzichten, und es wuchern lassen. Das wäre aber für keinen die optimale Lösung gewesen. Mein Pächter hätte plötzlich ein Feld weniger zu bewirtschaften gehabt, und ich wäre schuld gewesen, dass er weniger verdient. Wer wünscht sich das schon für einen Mitmenschen? Diese Möglichkeit schloss ich also aus. Außderdem – von einem brach liegenden Feld hat auch die Natur nicht unbedingt den größten Nutzen. Bienen und Insekten wünschen sich eine vielfältige Pflanzenlandschaft. Die muss zuerst angesät werden und kostet Geld. Einige hundert Euro schon für eine so kleine Fläche. Zusätzlich zu allen Nebenkosten, die so ein Acker aufwirft, würde mir so langsam das Geld ausgehen. Auch keine prickelnde Option. Dann hätte ich zwar eine gute Tat für die Umwelt getan, aber ich wäre hinterher pleite. So kann Umweltschutz auch nicht gehen.

Also – was tun? Mit so viel Boden, oder so wenig, das hängt von der Betrachtungsweise ab (ich bin nun einmal eine Freundin des halb vollen Glases), musste sich doch etwas anstellen lassen! Damit konnte man doch bestimmt noch viel mehr machen, viel mehr Menschen helfen, sie in den Dienst einer größeren Sache stellen. Und da war die Idee der Happyfields geboren. Zusammen mit einer Community, mit Euch, Ihr Lieben, soll eine neue Welt zum Erblühen gebracht werden. Mit unser aller Beitrag, finanziell durch Patenschaften,  virtuell durch die Blogfollowerinnen, und ganz konkret durch die Arbeit am PC und am Feld, sollen neue Werte geschaffen werden.

Die entstehenden finanziellen Überschüsse werden nicht zum privaten Konsum verwendet, sondern sollen so viel Gutes für so viele Wesen wie möglich erschaffen. So kann das Projekt langfristig arbeiten, wirtschaften und wachsen, und wir können gemeinsam tatsächlich eine Art Terraforming betreiben. So mächtig können wir zusammen sein, ist das nicht wunderbar?

Damit war ich bei den großen Visionen angekommen. Wenn man schon die Erde formen kann, wenn genug Menschen sich für die gleiche Sache einsetzen, wieso nicht gleich die ganze Gesellschaft? Wir sind an einem Punkt, an dem die Gesellschaft wirklich gut ein bisschen Heilung gebrauchen könnte.

Wir leben in einer Zeit, in der die Spaltung überall deutlich wird. Sie geht durch Freundeskreise, durch Firmen, durch Regierungen. Wir haben eine Partei, die diese Entwicklung mit Gewalt vorantreibt und eine Gesellschaftsstruktur, in der das Recht des Stärkeren gilt.

Wir packen kleine Kinder, die eigentlich noch ihre Mama bräuchten, in Kitas, damit die Mütter Geld erwirtschaften können, ohne das viele Familien gar nicht mehr überleben können. Wir stecken die Alten in Pflegeheime, können so nicht mehr von deren Weisheit profitieren, und sorgen kollektiv dafür, dass sie alle dement und nutzlos werden. Kinder kommen in Ganztagsbetreuung, Rentner vereinsamen in ihren Wohnungen, die Zahl der Obdachlosen steigt stetig, genau wie die Zahl der psychischen Erkrankungen. Wo soll das alles hinführen? Immer mehr Leistung, immer mehr Profit, immer mehr wirtschaftliches Wachstum – das klingt nicht sonderlich zukunftsfähig. Wo ist das schöne Wort „genug“ in unserer Zeit geblieben?

Die  Happyfields-Community träumt von einer neuen Gesellschaft. Von neuen Dörfern, die entstehen. Mit Hilfe einer Baugenossenschaft, die irgendwann, wenn genügend Geld zusammengekommen ist, gegründet werden soll, möchten wir kleine Dörfer bauen. Energieautarke und CO2-neutrale Dörfchen in Holzbauweise. Mehrgenerationendörfer, in der durch eine bewusst minimalistische Lebensweise die Lebenshaltungskosten so gering sind, dass junge Mütter bei ihren Kindern zuhause bleiben können, genug Zeit da ist, um den Alten zuzuhören und von ihnen zu hören, oder dass die Dorfbewohner sich ihren Lebensunterhalt mit ihren Herzensangelenheiten verdienen können. Der begabte Töpfer kann seine Töpferwaren am Wochenmarkt verkaufen, anstatt von 8 bis 17 Uhr in einem Büro zu versauern, den Rentnerinnen reicht ihre Rente für Wohnen und Teilhabe – wir träumen nicht von einer chaotischen Hippie-Kommune nach Vorbild der 60er und 70er Jahre. Wir wollen natürlich Internet und Strom, wir wollen uns die Haare mit fließendem Wasser waschen und unseren Tätigkeiten nachgehen. Aber es soll eben jeder die Chance erhalten, von dem zu leben, von dem er leben will, und nicht von dem, was den meisten Profit bringt.

Wir wollen also nicht nur Blumen, sondern ganz am Ende der Story Menschen zum erblühen bringen!

Allerdings kostet das alles eine Menge Geld. Das am Ende zwar am besten möglichst vielen Menschen zu Gute kommen soll, aber eben auf dem Weg bis dahin für Blühmischungen, Renaturierung und die Gründung einer Baugenossenschaft aufgebracht werden muss. Das alles funktioniert nicht von alleine.

Und darauf, dass der Staat, oder ein profitorientiertes Unternehmen diese Aufgaben übernimmt, können wir lange warten.

Konsumverzicht ist der einzige Weg, die Welt zu retten.

Konsumverzicht ist die größte Angst der Reichen und Mächtigen. Warum? Er macht uns selbst zu mächtigen Wesen, die nicht mehr abhängig von Werbung und Leistungsdruck sind. Es macht uns zu Schöpfern unserer eigenen Welt, zu dem, was wir sein sollten: lebendige Menschen, die ihre eigenen Träume und Geschichten leben, und nicht die, die uns von irgendwem anders vorgegaukelt werden, damit sie auf unsere Kosten ihre Gewinne weiter maximieren können.

Lasst uns frei sein!

Lasst uns gemeinsam die Welt retten!